eiko_icon Übung der Kreisfeuerwehrbereitschaft

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Einsatzort Details

Übungsgelände der NABK in Celle-Scheuen
Datum 12.08.2016
Alarmierungszeit 16:30 Uhr
Einsatzende 16:30 Uhr
Einsatzdauer 1 Tag(e) 0 Std. 0 Min.
Alarmierungsart Termin
eingesetzte Kräfte

FF Stolzenau
Brandeinsatz

Einsatzbericht

Kreisbereitschaften übten in Celle

Über 280  Einsatzkräften aus dem Landkreis Nienburg rückten am Wochenende mit 70 Fahrzeugen zu ihrer turnusmäßigen mehrtägigen Übung aus. Das Ziel war ein ehemaliges Kasernengelände in Scheuen bei Celle, das von der NABK (Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz) als Übungsgelände genutzt wird.

Den Anfang machten am Freitag die vier Züge der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd, unterstützt von weiteren Kräften der Technischen Einsatzleitung, des ABC-Zuges und dem Verpflegungszug Wietzen, sowie dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Johanniter Unfallhilfe.

Im Vorfeld hatten neun Kameraden aus der Kreisbereitschaft Northeim zahlreiche Szenarien ausgearbeitet, damit es den Männern und Frauen aus Nienburg an den folgenden Tagen und Nächten nicht langweilig wurde. Dazu gehörte  immer wieder die Menschenrettung, wie auch die Brandbekämpfung und die Wasserförderung über lange Wegstrecken, und das alles in einem anspruchsvollen Gelände unter sehr realistischen Bedingungen, mit Feuer und Detonationen.

Nach dem Sammeln in Leese ließ Bereitschaftsführer Süd, Gerd Bremermann, die Übung mit einer Marschausbildung beginnen. In Scheuen angekommen, wurde in den alten Panzerhallen das provisorische Lager aufgeschlagen.

Der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. In einem Saunaclub war ein Feuer ausgebrochen, fünf Personen wurden im Keller und Obergeschoss vermisst. Es folgten umfangreiche Personensuchen in dem großen völlig verrauchten Gebäude. Gleichzeitig wurde die Brandbekämpfung aufgenommen.

Ein weiterer Einsatz erforderte die Helfer am ehemaligen Kraftwerk, dort waren Personen abgestürzt und mussten gerettet werden, eine verzwickte Lage in einem Gebäude ohne Treppen.

Während die Einsätze liefen, kümmerte sich der Verpflegungszug um die erste warme Mahlzeit des Tages, die dann gegen 23 Uhr eingenommen werden konnte. Doch mit der danach erhofften Ruhe wurde es nichts. In einem Mehrfamilienhaus ereignete sich eine Explosion, mehrere Personen wurden vermisst und es brannte in verschiedenen Bereichen des Hauses. Erst weit nach Mitternacht konnten dann die Feldbetten in Beschlag genommen werden.

Nach einer kurzen Nacht war um 8 Uhr die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen, und davor das Frühstück einzunehmen. Mit einem Brand auf dem Recyclinghof ging es los, eine Person war zudem unter einer Mulde eingeklemmt und ein Chemikalienfass umgestürzt und in Brand geraten. Ferner musste Wasser zum Löschen aus einem entfernten Teich herangeführt werden. Parallel kam es zu einem Kellerbrand in der Hauptstraße, mehrere Trupps und die Wärmebildkamera wurden dabei eingesetzt.

Als dann auch noch eine abgestürzte Person in einem Industriebetrieb die Gesamtlage verschärfte, wurde das Personal schon knapp. Dazu stellte sich auch noch eine unklare Rauchentwicklung ein und bei der durchgeführten Hilfeleistung ereignete sich eine Explosion, nach der auch noch ein Feuerwehrmann vermisst wurde. Unter Einbindung aller Züge wurden die Szenarien erfolgreich abgearbeitet, und es folgte das Mittagessen.

Inzwischen waren auch die frischen Kräfte der Kreisbereitschaft Nord in Scheuen eingetroffen, um die Kameraden aus dem Südkreis abzulösen.

Ein Waldbrand forderte dann gleich drei Züge der Nordbereitschaft, um die Brandbekämpfung und die Wasserförderung über eine lange Wegstrecke zu gewährleisten. Der vierte Zug bekam es parallel, zusammen mit der Hilfeleistungskomponente „AB-Rüst“, mit einem Hilfeleistungseinsatz zu tun, der es in sich hatte. Bei einem Verkehrsunfall mit einem Bus und zwei Pkw gab es mehrere verletzte Personen, die teilweise auch noch eingeklemmt waren.

Es ereignete sich ein weiteres Feuer auf dem Recyclinghof und es kam zu einem weiteren Wohnungs- und Gebäudebrand. Besonderes Fingerspitzengefühl verlangte die Bergung von wertvollen Kulturgütern aus einer Kirche, wie auch die Rettung einer hilflosen Person aus einer Kellersauna.

Erst mit dem Einbruch der Dunkelheit konnten die Einsatzkräfte dann die Unterkünfte beziehen und ein vom Verpflegungszug vorbereitetes Abendessen zu sich nehmen.

Am Sonntagmorgen stand dann noch „Stuben und Revierreinigen“ und die Einsatzstellen auf- und abräumen an, ehe die Rückfahrt der einzelnen Züge zu ihren Standorten erfolgte. Davor waren allerdings noch Schläuche und Atemluftflaschen an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Nienburg zu tauschen, damit alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemeldet werden konnten. 

Text und Fotos: KPW Nienburg-Süd, Martin Möhring